
Umweltbesusstes und sicheres Unterwasserfilmen
Als Unterwasserfilmer bzw. Fotograf, kommt es nicht alleine auf die schönen Bilder an.
Auch die Natur sollte nach den Tauchgängen intakt bleiben. Daher gilt vor allem für
UW-Fotografen und Filmer:
NICHTS ANGREIFEN !
Die Zeiten, in denen ein Jaques Costeau eine Koralle abbricht und stolz in die Kamera
hält oder Hans Hass als Unterwasserjäger einen Hai erlegt, sind vorbei. Im Laufe der
letzten Jahrzehnte ist der Unterwassersport sowie damit das Filmen immer beliebter
geworden und hat sich in manchen Gegenden zum Massentourismus entwickelt. Würde jeder
Taucher nur eine einzige Koralle abbrechen, wären die Riffe und damit der Lebensraum
vieler Tiere sehr schnell zerstört.
Besonders Unterwasserfotografen und Unterwasserfilmer neigen dazu sich bei
Macro-Aufnahmen abzustützen bzw sich beim Filmen zu stabilisieren
("Unterwasserstativ"). Das führt bei Korallen oft zu nicht wieder
gutzumachenden Schäden. Zusätzlich kann der Taucher sich auch schwere Verletzungen
zufügen, da manche Korallen- und Anemonenarten über starke Nesselgifte verfügen.
Auch die von vielen Fotografen vertretene Meinung "Da halte ich mich halt mit zwei
Fingern kurz auf einer Hartkoralle an.." ist falsch, da gerade der Druck, welcher
über die Fingerspitzen ausgeübt wird, sehr stark auf die Koralle wirkt.
Fische darf man nicht berühren, da dadurch ihre sensible Schleimschicht zerstört wird
und das Tier durch Pilzbefall elend verendet.
TIERE BLIBEN DORT WO SIE SIND !
Das Schlimmste sind Fotografen die mit Giften Fische betäuben und auf Korallen bzw. in
Anemonen zu setzen um nur ein schönes Foto zu bekommen. Zum einen wird der Fisch
durch das Betäubungsmittel zum anderen durch das Nesselgift der Anemonen stark verletzt
bzw. getötet.
Tiere die schlafen oder sich in einen Felsspalt verstecken dürfen nicht herausgezogen
werden. Fatale Folgen hat das immer wieder bei Tauchern, die schlafende Ammenhaie
aus der Höhle ziehen um ein tolles Foto zu bekommen.
PERFEKTES TARIEREN !
Um Szenen nicht zu verwackeln ist perfektes Tarieren unbedingte Voraussetzung für
einen guten Unterwasserfilm. Daher übe zuerst Tauchen und sammle Erfahrung. Dann
erst beginne zu filmen bzw. zu fotografieren.
HALTE DAS MEER SAUBER !
Fotokartons und alte Batterien gehören nicht ins Meer bzw in den See. Da sollte zwar
für jedermann verständlich sein, ist es aber leider offenbar nicht.
FOTOGRAFEN STERBEN EINSAM !
Auch wenn fotografiert oder gefilmt wird, ist Tauchen trotzdem ein Partnersport ! Daher
die folgenden Tipps:
- Tauche wenn möglich immer mit dem selben Partner. Diesem sind Deine
Tauchgewohnheiten bekannt und er/sie kann Dich beim Filmen unterstützen (sog
"Sklavenblitz") bzw. für Fotos und Filmazfnahmen Modell stehen.
- Informiere Deinen Buddy vor dem Tauchgang, daß Du filmst bzw. fotografierst. Wenn Du
nicht eine halbe Stunde vor einem Felsspalt mit Muräne hängst, wird er auch Verständnis
dafür aufbringen und Dich unterstützen.
- Sei extrem vorsichtig bei Tief- und Risikotauchgängen, Wenn möglich bilde eine Dreier
oder Vierergruppe und informiere ALLE Tauchpartner davon, daß Du filmst bzw.
fotografierst !
- Achte auf Deinen Luftverbrauch bzw. Nullzeit. Beim Filmen ist man oft so
beschäftigt, daß man auf das Ablesen der Instrumente vergisst. Dann hängt man auf
einmal mit 50 bar an der Schiffsschraube der Thistlegorm auf 28 m. Da mir das trotz meiner
250 Tauchgänge passiert ist, spreche ich hier aus eigener Erfahrung ! Also nochmals
wichtig einen guten Buddy zu haben !
Von guten und schlechten Bildern
Neuer Fotoapparat gekauft uns schon geht's los ! Da wird auf alles geknipst was sich
bewegt und nicht bewegt. Am Abend folgt dann die Ernüchterung: Das Bild ist nicht so wie
Du es Dir vorgestellt hast. Unscharf, farblos, abgeschnitten, unterbelichtet usw. Und
dabei war die Kamera soooo teuer !
Zum Filmen bzw Fotografieren braucht man ein sogenanntes "Fotoauge". Das
Fotoauge ist das Auge des Fotografen, das das Motiv ins richtige Bild setzt. Ein häufiger
Fehler ist das Fotografieren von oben nach unten. Da wirkt dann alles klein und gedrängt.
Ein Sandboden verleiht dem ganzen noch eine zusätzlich fade Note:

Besser ist es da das Motiv aus einer anderen Perspektive z.b von vorne zu betrachten:

ist zwar auch kein Meisterfoto, wirkt aber interessanter :-)
Eine gut gelungene Aufnahme aus unseren Seen (der Hecht war wirklich groß !):

und auch ein Schwamm (Safaga) kann interessant sein !

Korallen von oben ist eher fad....

... von vorne wirkt es schon interessanter !

Alles klaro ?? Einfach ausprobieren. Ihr werdet von euren Ergebnissen überrascht sein
!
Ohne Licht - geht es nicht !
Kostet alleine schon die Videokamera und das dazugehörende Gehäuse ein kleines
Vermögen, ist es nun auch noch erforderlich in eine Lichtanlage zu investieren ? Oder
komme ich auch ohne Lichtanlage aus ?
Prinzipiell sollte beim Kauf einer Unterwasservideoausrüstung bereits die Kosten für die
Lichtanlage miteinberechnet werden. Da allerdings der Euro knapp ist und es sehr
verlockend ist, die Farben der Bilder nur mehr digital am Computer zu korrigieren, glaubt
so mancher sich die hohen Kosten für die Beleuchtung ersparen zu können.
Moderne Videoprogramme sind in der Lage aus noch so blassen Bildern leuchtende Farben
herauszuholen. Diese Aussage stimmt jedoch nur bis zu einem bestimmten Punkt:
"Wo nichts ist, kann nichts optimiert werden !"
Und das geht im Meer sehr schnell. Je tiefer man taucht, desto stärker werden
Lichtanteile aus dem Wasser gefiltert. Das erzeugte Bild verschiebt sich immer mehr in den
Blaubereich. Ab einer gewissen Tiefe gehen alle Farben verloren und das Bild ist nur mehr
blaustichig:
| Tiefe |
Lichtanteil |
| bis 5 m |
rot |
| bis 25 m |
grün |
| bis 200 m |
blau |
Das heißt, je tiefer man taucht, desto mehr verschiebt sich das
Farbspektrum Richtung blau. Die folgende Aufnahme wurde in Vrsar/Kroatien auf einer Tiefe
von 10 m ohne Lichtanlage gemacht. Der Schwamm ist stark cyan-stichig, was mit dem durch
das Farbspektrum verschobenen Weissabgleich zu tun hat:
Mit den Digitalfiltern kann man das Bild noch etwas optimieren, ..
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...allerdings beginnen die Farben nun etwas unnatürlich zu wirken.
Die Verstärkung eines Lichtanteiles hat immer Auswirkungen auf die anderen Lichtanteile
im Bild. Das heisst, entferne ich den Günanteil, wird dieser aus den gesamten Bild (auch
aus dem grünen Seegras) entfernt.
Ist ein Lichtanteil überhaupt nicht mehr vorhanden, kann er auch nicht mehr
digital verstärkt werden !!! |
Im Gegensatz dazu bringt der Einsatz einer Videolichtanlage den gewünschten Effekt.
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Alle Farben sind kräftig und wirken natürlich. Die Aufnahme entstand in
einer Tiefe von 10 m. |
Somit sollte man auf den Einsatz einer Unterwasserlampe nicht verzichten. Gute
Informationen bietet der Fachhandel. Die Lampen sollten folgende Eigenschaften haben:
- leicht zu wechselnder Brenner bzw. Akkusatz (wichtig für Flugreisen !)
- Hohe Streuwirkung. Spots sind fürs Filmen eher nicht geeignet, da sie nur eine
punktuelle Lichtqelle erzeugen
- Immer zwei Lampen, um Schatten zu vermeiden
- leichte Bedienbarkeit
- Regelbarkeit
- natürliches Licht
- Tauchtiefe wie Gehäuse
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