UW-Fotokurs / Lession 7
Farben unter Wasser
Eine kurze Wiederholung...
Wie wir im 5.Kapitel
erfahren haben, kommt durch Absobtion und Brechung zu einem Verlust der Farben. Je tiefer
der Lichtstrahl in das Medium Wasser eintritt, desto mehr Farbanteile werden
herausgefiltert.
| Beschreibung |
Beispiel |
Farbe |
| Bis zu einer Tiefe von 3-5m verliert das Licht den Anteil der roten Farbe.
Unterhalb dieser Tiefe wirkt ein roter Seestern grau und das Gesicht des Tauchers wirkt
blass. Der Seestern wurde in ca. 3 m Tiefe auf den Malediven gefilmt (Gesamtlichtweg ca.
4 m) |
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| Bis ca.15m Tiefe sind nun Grün+Blau die vorherrschenden Farben. Die
Farbtöne sind nun cyan-färbig und wirken unnatürlich. Mittels Rotfilter, kann man hier
eine einigermassen sinnvolle Farbkorrektur vornehmen. Dieser Kugelfisch wurde in ca.
12m Tiefe im Roten Meer gefilmt (Gesamtlichtweg ca. 16m) |
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| Ab 15m verschwindet auch der Grünanteil. Das Bild taucht in ein tiefes
blau. Grüne Korallenstöcke verlieren hier ihre Farben. Der Anteil des blauen Lichtes
reicht nun bis ca. 200m. Danach wird auch dieser Lichtanteil ausgefiltert. Der Hai
wurde bei einem Tauchgang in 28m Tiefe auf den Malediven gefilmt (Gesamtlichtweg ca. 45 m) |
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| ... und dann wird es WIRKLICH finster !!! |
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Bedenke, daß die Tiefenangaben von der Zusammensetzung des Wassers (Meerwasser oder
Süsswasser) vom Gehalt der Schwebstoffe bzw. Plankton sowie vom Einfallswinkel des
Liichtes stark abhängig sind und es sich somit nur um Richtwerte handelt.
Der Gesamtlichtweg
Wenn ein Taucher in 4m Tiefe einen Seestern filmt, würde der bis dort hin sowieso
schon geringe Anteil des roten Lichtes auf dem Weg zur Kamera (2m) total verloren gehen,
da die Lichtwege sich addieren. Das heisst der Taucher hätte einen Gesamtlichtweg von 6m
zu berücksichtigen.

Im folgenden Beispiel wäre der Taucher zwar seichter, allerdings ist das Ergebnis
farblich das Gleiche:

Ursache ist, daß das Licht auch hier einen Gesamtweg von 6m zurücklegen muß.
Was kann man gegen den Farbverlust tun ?
.) Einsatz einer Lichtanlage:
Beim Einsatz der Videolichtanlage bzw. eines Unterwasserblitzes nehme ich meine eigene
Lichtquelle unter Wasser mit und bin vom Tageslicht nicht mehr so abhängig. Der
Gesamtlichtweg kann somit stark verkürzt werden.
Der starke Scheinwerfer wirft sein Licht auf das in 2m Abstand befindliche Objekt, von
dem es reflektiert wird. Das Licht legt somit einen Gesamtweg von 4m zurück. Der Einfluß
es Tageslichtes auf die Farben ist dabei nicht mehr wesentlich, da es keine Rotanteile
mehr besitzt. Lediglich der Grün und Blauanteil des Tageslichtes wirkt sich aus, welcher
durch die Überlagerung mit dem Kunstlicht zu einer Farbverschiebung führt.
Der folgende Juwelenbarsch wurde mit Einsatz von Videolicht auf ca. 25m Tiefe gefilmt.
Gesamtlichtweg dank Videolichtanlage ca. 4m:

Das Bild wirkt natürlich, hell und farbenfroh, die rote Färbung des Fisches kommt zur
Geltung.
Die Videoanlage, bzw. der Unterwasserblitz, bringt das beste Ergebnis. Allerdings gibt
es auch hier einige Nachteile:
- teuer: Eine vernünftige Videolichtanlage beginnt bei ca. EUR 800.-
- schwer: nochmals mind. 5 kg Lampengewicht könne die Grenzen des Freigepäcks sprengen
- Brenndauer: Das Licht hält unter Wasser möglicherweise nicht so lange wie der gesamte
Tauchgang dauert.
.) Einsatz eines Rotfilters:
Die Alternative zur Videolichtanlage bzw. Blitz ist der Rotfilter. Der Rotfilter ist
eine rote Scheibe, welche am Unterwassergehäuse befestigt wird. Dadurch wird der
Rotlichtanteil auf Kosten der Helligkeit "dazugeschummelt".
Im folgenden Beispiel habe ich den Einsatz eines Rotfilters am PC simuliert, um den
Effekt zu zeigen:
Rotfilter für BS-Kinetics UW-Videokamera
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Die Farben treten hier stärker hervor und wirken natürlicher. Allerdings ist der
Rotfilter nur beschränkt einsatzfähig. Wird im Rotbereich (3-5m) damit gearbeitet
erhält das Bild einen schrecklichen Rotstich. Im tieferen Blau-Bereich (ab 15m) bringt er
ebenfalls eine Farbverzerrung mit sich, da hier der Grünlichtanteil fehlt. Beim
Nachttauchen und beim Tauchen in einer Höhle oder Wrack ist der Rotfilter ebenfalls
sinnlos, da er das durch die Scheinwerfer und Lampen empfangene Licht verfälscht.
Der Vorteil des Rotfilters ist vor allem der geringe Preis.
.) Farbkorrektur am PC:
Als letzte Möglichkeit bietet sich die Farbkorrektur am PC an. Dabei werden bestimmte
Farbanteile im Bild verstärkt oder abgeschwächt. Die von uns gefilmten Videos werden
großteils mit von uns eigens entwickelten elektronischen Farbfiltern nachbearbeitet um
einen maximalen Farbeffekt zu erzielen.
Voraussetzung für das Verstärken eines Lichtanteiles ist allerdings, daß er
überhaupt vorhanden ist. Den Hai (siehe oben) auf 28m Tiefe farblich nachzukorrigieren
ist sinnlos. Lediglich der Kontrast kann dabei verbessert werden.
Ein Beispiel für eine erfolgreiche Nacharbeitung ist folgendes:
| Diese Feuerkoralle wurde in einer Tiefe von ca. 12m mit dem
schwachen internen Blitz einer Digitalfotokamera fotografiert. Das Bild wirkt flau und
cyanstichig. Allerdings hat der Blitz genug Farbe geliefert um eine digitale Farbkorrektur
erfolgreich werden zu lassen. |
Nun nehme ich die Farbkorrekur vor. Der Rotanteil wird
verstärkt, der Grünanteil gering abgeschwächt. Das Wasser wirkt nun etwas blauer und
die Koralle im Vordergrund erhält ihre Farben.
Zu Beachten ist allerdings auch die große Tischkoralle im Hintergrund. Dabei hat die
Farbkorrektur nichts bewirkt, da dort zu wenig roter Lichtanteil war ! |
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Der Vorteil der Farbkorrekur am PC kommt nur durch den Einsatz einer Lichtquelle
optimal zum Tragen. Blauwasser-Farbkorrekturen sind sinnlos.
Tip: Fotografiere
ein rotes Objekt im Hallenbad (Tiefe ca. 3m) aus 1m, 3m und 5m Entfernung. Wie verhält
sich die Farbe "Rot" ? Probiere das ganze nochmals mit Blitz und/oder Rotfilter.
Wie groß ist der Gesamtweg des Lichts ?
Tip: Versuche das
obige Bild der nichtoptimierten Feuerkoralle am PC zu optimieren. Erhältst Du ein gutes
Ergebnis ? Versuche das selbe mit dem Foto des Kugelfisches oben.
Tip: Gehe an die
Motive immer so Nahe wie möglich ran. Dabei verkürzt Du den Lichtweg entscheidend und
bringst Farbe ins Bild. Zusätzlich minimierst Du die Anzahl der Schwebestoffe zwischen
Linse und Motiv.
Lession 8 (21.2.2005) : Der Weissabgleich
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