UW-Fotokurs / Lession 3
Digitale Fotografie vs. Analoge Fotografie
Was heisst "digital" ?
Das Wort digital stammt von dem lateinischen Wort "digitus" und bedeutet
eigentlich "Finger". Da die Finger in früherer Zeit zum Zählen verwendet wurde
lässt sich davon das englische Wort "digit" (=Ziffer) ableiten. Wir verstehen
unter digitaler Verarbeitung die Umwandlung eines analogen Signales in endliche kleine
Teile.
Analoge Signale kommen in der Natur vor (z.B. das Schwingen eines Pendels, ein Ton in
der Musik, Temperatur, Farben.. ) und sind die Vorgänge, welche der Mensch mit seinen
Sinnen selbst verarbeiten kann.
Ein Beispiel für Digital/Analog zeigt die folgende Skizze:
Daran sieht man, daß das digitale Signal NIE die Genauigkeit des analogen Signals
erreicht. Allerdings nimmt die Ungenauigkeit umso mehr ab, je feiner die digitale
Unterteilung wird. Irgendwann wird der Unterschied so fein, daß er nicht mehr von den
Sinnen des Menschen festgetellt werden kann.
Durch den Einsatz des Computers erlangte die Digitaltechnik immer mehr an Bedeutung, da
digitale Daten einfach gespeichert und verlustfrei weitergegeben werden können. Musik,
Bilder, Farben werden digital gepeichert und auf Festplatte abgelegt.
Analoge Fotografie
Der Ursprung der Fotografie (=Licht-malen) ist analog. Eine Fotoplatte welche mit einer
lichtempfindlichen chemischen Substanz beschichtet ist, wird in den Apperat gelegt. Durch
Betätigung des Auslösers öffnet sich der Verschluß und Licht fällt für einen kurzen
Moment durch die Blende des Apperates und belichtet die Platte. Danach wird die Fotoplatte
im Fotolabor chemisch fixiert (entwickelt) und ein Bild entsteht.
Dieses Verfahren wurde seit über 200 Jahren so angewandt und laufend verbessert. 1925
wurde der Kleinbildfilm (35mm) entwickelt, welcher den Grundstein für die heutigen
"Consumer"-Kameras legte.
Ein moderner Diafilm hat ca. 20 Mio. Bildpunkte welche belichtet werden können.
Die wichtigsten Begriffe der analogen Fotografie sind:
- Blende: Die Blende steuert wie viel Licht auf das Medium fallen
darf.
- Belichtungszeit: Die Zeit welche in Anspruch genommen wird den Film
zu belichten.
- Tiefenschärfe: Gibt an wie weit und ob sich das Motiv vom
Hintergrund löst. Wird von der Blende gesteuert.
- Brennweite: Maßzahl des Objektivs. Große Brennweite:
Zoomobjektive, geringe Brennweite: Weitwinkelobjektive
- Leitzahl: Maß für die Lichtleistung des Elektronenblitzes.
Digitale Fotografie
Jetzt werden sich so Manche fragen: "Was kratzt mich die analoge Fotografie ? Ich
habe doch eine Digitalkamera !" Das ist aber gänzlich falsch. Bei der Digitalkamera
tritt anstelle der Fotoplatte der sog. CCD Chip. CCD heisst Charged-Coupled-Device und ist
ein lichtempfindliches elektronisches Bauteil. Alle anderen Bauteile (Objektiv, Blende,
Verschluß...) bleiben gleich. Zusätzlich kommt noch ein Farbfilter und eine
Steuerelektronik um den Chipinhalt in den Speicher der Kamera zu retten, dazu.
Beim Betätigen des Auslösers öffnet sich der Verschluß, Licht fällt durch das
Objektiv und die Blende auf den Filter. Dieser filtert die Rot, Grün und Blau-Anteile und
belichtet damit einzelne Rezeptoren auf der Oberfläche des CCD-Chips.
Danach wird das auf dem Chip befindliche Bild ausgelesen, über die CPU der Kamera
meistens in JPG-Format umgerechnet und auf der SIM-Card gespeichert.
Daraus ergeben sich auch schon die Nachteile des Verfahrens:
.) Digitalkameras sind träge: Im Gegensatz zu analogen Kameras sind schnelle
Bildfolgen nicht möglich. Mittlerweile sind die Digitalkameras schon brauchbar,
allerdings in dieser Eigenschaft noch sehr verbesserungswürdig.
.) Die Farben werden bei der Übertragung ins JPG-Format "geglättet", was
bei schwierigen Farbverhältnissen ein Problem bringen kann.
.) Weissabgleich: Der Weissabgleich zeigt er Kamera welche Farbe "weiss" ist,
also alle Rot-Grün und Blauanteile hat. Unter Wasser ergibt sich damit eine
Farbverzeichnung.
.) Der Diafilm liefert ca. 20 Mio Punkte = 20 Megapixel !!! High-End Kameras
befinden sich derzeit bei 10 Megapixel.
.) Hoher Preis im Vergleich zu Analogkameras (High-End-Bereich)
Allerdings lassen sich die Vorteile auch nicht leugnen:
.) Keine teure Entwicklung notwendig
.) Sehr gute Verarbeitungsmöglichkeit am PC
.) Man sieht sofort das Ergebnis im Monitor
Resumee
Somit sollte sich jeder selbst überlegen welche Kamera-Technologie für ihn die
Richtige ist. Obwohl die Analogkamera der Digitalkamera in vieler Hinsicht noch überlegen
ist, setzt sich die Digitaltechnologie immer mehr durch und wird die Analogtechnologie in
einigen Jahren völlig verdrängt haben.
Lession 4 (20.Dezember) : Aufzeichnungsverfahren
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